Wer?

Mit wem?

Mit mehreren Referenten, die uns helfen werden, die Thematik in verschiedenster Hinsicht zu vertiefen, mit einem besonderen Interesse für das Zeugnis und die Lehre der Karmelheiligen.

Folder und Plakat sind nicht aktuell!!

Prim. Dr. David Oberreiter MBA
(Institut für Psychotherapie des Kepler Universitätsklinikums, Johannes Kepler Universität Linz)

Amicus certus in re incerta cernitur

Freundschaft als salutogener Faktor, ihre Rolle in der persönlichen Entwicklungsgeschichte und Alterationen in einer digitalen Welt.

Unterschiedliche Beziehungserfahrungen haben einen großen Einfluss auf unser Leben und auf unsere psychische Entwicklung. Stabile, haltgebende Beziehungen können als salutogene Faktoren gesehen werden. Einsamkeit ist psychisch stark belastend und wird oft als existentiell bedrohlich erlebt. In einer sich ändernden digitalen Welt werden soziale Beziehungsgefüge modifiziert wahrgenommen.

O.Univ.-Prof. Mag. Mag. Dr. Ingeborg Gabriel (Institut für Sozialethik der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Wien)

Was ist überhaupt Freundschaft?

Ethische Grundkonzepte aus der klassischen Philosophie und Thomas von Aquin

Freundschaft hat mit Freiheit zu tun. Zwischen der Beziehung zwischen Menschen, die etwas gemeinsam haben, die gerne zusammen sind, die sich in ihrem Charakter gleichen. Das ist der philosophische Grundansatz, den Aristoteles in der Nikomachischen Ethik entfaltet (8./9. Buch).

Thomas greift das auf und stellt die Frage, wie es dann eine Freundschaft zwischen Gott und Mensch überhaupt geben kann. Diesen Tag werden wir uns mit diesen Grundfragen beschäftigen und damit eine Basis für die Frage in der vor allem karmelitanischen Spiritualität schaffen, die ja auch aus diesen Quellen schöpft.

P. Dr. Lukasz Strzyz-Steinert OCD (Päpstliche Theologische Fakultät Teresianum, Rom)

Freundschaft in der Karmelspiritualität

Mit Teresa von Ávila soll gezeigt werden, wie das Freundschaftsmotiv ihr Verständnis der gelebten Beziehung sowohl mit Gott als auch mit den Menschen prägt. Davon ausgehend werden wir einige Fragen auch bei anderen Karmelfiguren untersuchen: Wie ist es zu verstehen, dass das spirituelle Leben nicht nur als Gotteskindschaft und nicht nur als geistige Vermählung zu verstehen ist, sondern grundlegend und umfassend als Freundschaft? Was bedeutet es, dass sich Nächstenliebe in ihrer Konkretisierung nicht nur, aber auch und privilegiert in freundschaftlichen Beziehungen ausdrückt? Warum ist zwischenmenschliche Freundschaft gerade für das spirituelle Leben von Wichtigkeit?

Juraj Hyrošš, MA

Was ist die Freundschaft phänomenologisch gesehen?

Eine phänomenologische Analyse der Freundschaft mit allem, was dazugehört: Horizont, Erfahrung, Transzendenz.

„Si nemo ex me quaerat scio; si quaerenti explicare velim, nescio.“

So geht es einem nicht nur mit der Zeit, sondern auch mit der Freundschaft. Täglich von Milliarden von Menschen erlebt, wird die Freundschaft dennoch zum Rätsel, wenn man danach fragt, was sie denn sei. Ist dies überhaupt eine legitime Frage? Ich möchte einen phänomenologischen Blick auf diese Frage werfen und untersuchen, was zum Erleben der Freundschaft mitgehört. Was bedeutet es, FreundIn zu sein? Was geschieht mit mir in der Freundschaft? Wie endet eine Freundschaft?

Unsere Überlegungen werden sich in der Spannung zwischen zwei von Phänomenologen formulierten Thesen bewegen: Der Forderung nach der Einstimmigkeit der Erfahrung und der radikalen Transzendenz des Anderen, die diese Forderung zunichtemachen kann. Anhand der Motive aus der Weltphänomenologie untersuchen wir die besonderen Horizonte der Freundschaftserfahrung.

Dr. phil. Beate Beckmann-Zöller Religionsphilosophin, Kath. Stiftungs-Hochschule München

Die geistliche Freundschaft nach Aelred von Rievaulx im Blick auf Edith Steins Beziehungenn

Der englische Zisterzienser hl. Aelred von Rievaulx (geb. 1110 in Hexham, Northumberland; gest. 12. Januar 1167 in Rievaulx, North Riding of Yorkshire; Heiligsprechung 1191) ist hierzulande wenig bekannt. Es lohnt sich jedoch, seine Schrift „Über die geistliche Freundschaft“ neu zu entdecken. Durch den neuen englischen Heiligen Kardinal John Henry Newman erhielt Aelred neue, auch wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Er hat einen wichtigen Platz in der gegenwärtigen Spiritualitätsforschung und es lohnt sich, einen Vergleich mit Edith Stein anzustellen. Die Philosophin wurde ja auch mit Newman bekannt durch Erich Przywara SJ, mit dem sie eine geistliche Freundschaft verband.

Organisation?

Mag.a Daniela Köder (Wien), P. Dr. Roberto Maria Pirastu OCD (Wien) und P. Dr. Lukasz Strzyz- Steinert OCD (Rom)

Von wem?

Die Sommerakademie wird organisiert von der Edith Stein Gesellschaft Österreich und dem Teresianischen Karmel in Österreich, in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde Wien.